Faltbuch mit der Fabel Neidlose Freundschaft

Die Vorgänger des Buches

Heute will ich dir mal einige Vorgänger der heutigen Bücher vorstellen. Es ist ganz interessant und inspirierend was sich die Menschen der verschiedensten Zeiten und Kulturen alles ausgedacht haben, ihr Wissen festzuhalten und so an die kommenden Generationen weiter zu geben.

In den alten Kulturen schrieben die Menschen nicht auf Papier, sondern auf Stein, Knochen, Rinde, Palmen- oder Bananenblätter, Holz, Metall, Ton, Wachs, Papyrus, Schildkrötenpanzern, Tierhaut (Pergament), Bambus oder Seide. Dies tat man mit den unterschiedlichsten Werkzeugen, Meißel, Griffel, Feder. Die Formfindung der Schrift wurde durch die Werkzeuge mit denen man schrieb beeinflusst. Die Materialien, auf denen geschrieben wurde, beeinflussten die Form des Buches.
So wurde immer eine geeignete Buchform mit dem jeweiligen Materialien und Werkzeugen die vorhanden waren geschaffen. Einige Buchformen lebten lange nebeneinander her, bis sich schließlich manche gegenüber anderen durchsetzten weil sie mehr Vorteile brachte als vorherige. Viele dieser Buchformen, die sich nicht wie der Codex so stark durchsetzen konnten, sind gar nicht mehr oder nur noch als Sonderform in Gebrauch.

Der Begriff „Buch“ wird heute allgemein mit der Kodex Form in Verbindung gebracht. Doch davor gab es noch einige andere Buchformen.
Um schließlich Bücher wirklich gut und plan aufschlagen zu können, brauchte es einige Jahrhunderte der Entwicklung. Außerdem musste die ein oder andere Buchform eine gewisse Zeitspanne reifen, um ihren richtigen Durchbruch zu erleben. Für die Buchformen auch immer wichtig, welche Materialien und Werkzeuge zur Verfügung standen und für die Herstellung entwickelt wurden. Denn das Material des Beschreibstoffes beeinflusste zum einen das Werkzeug mit dem darauf geschrieben wurde das wiederum beeinflusste die Form der Schrift. Dies wirkte sich wieder auf das Buch und seine Form aus.

Die Vorgänger

Höhlen Malerei

Höhlen Maltereien

Wann: Steinzeit
Wo: entdeckt an verschiedenen Orten auf der Welt
Material zum Beschreiben: Pigmente aus Erde, Stein
Werkzeug: mit der Hand

Sie waren wohl eine der ersten von uns bekannten Möglichkeiten Sachen, Wissen zu verbildlichen und an kommende Generationen weiter zugeben. Wir wissen natürlich nicht warum diese Menschen das damals gemacht haben. War es eine Art von Kunst? Wollten sie damit Geschichten erzählen und an die nächste Generationen weitergeben? Wie bei einen Märchenbuch? Hatten sie einen besonderen Sinn? Das kann heute nicht mehr geklärt werden. Aber sie sind uns bis heute erhalten geblieben.
Diese Malereien findet man in den verschiedensten Höhlen und Felswänden der Welt.

Palmenblatt

Wann: vor 5000 Jahren
Wo: Asien
Material zum Beschreiben: wasserfester Tinte/ Tusche
Werkzeug: Griffel

In vielen Teilen Asiens gab es schon vor 5000 Jahren die Palmblattbücher und Palmblatthefte. In Indien wurden diese Bücher „Plothi“ genannt. Die Palmblätter wurden in Milch gekocht, dann durchbohrte man sie meist an einer oder beiden Seiten um einen Faden durchzuführen. Als Schutz wurde der Buchblock zwischen zwei Holzbretter gelegt. Diese Holzdeckel wurden oft verziert, die Schrift wurde beidseitig mit einem spitzen Griffel eingeritzt. Damit der Text auch lesbar war, wurde er mit Ruß eingeschwärzt.
-China „Jian Ce“ oder „Jian Du“ genannt: Bambus getrocknet, entrindet, in Täfelchen geschnitten und über Feuergetrocknet werden, um eine lange Haltbarkeit zu erreichen.

Schildkrötenpanzer & Ochsenschulterblätter

Wann: 12 Jhr. v. Chr.
Wo: China
Material zum Beschreiben:
Werkzeug: Messer

Aus der Zeit der Shang-Dynastie wurden beschriftete Schildkrötenpanzern und Ochsenschulterblätter gefunden.
Die Schildkrötenpanzer und Ochsenschulterblätter wurden in ein Feuer gelegt und durch die Hitze entstanden Risse in diese. An Hand dieser Risse trafen die Schamanen dann Prophezeiungen und Vorhersagen, diese ritzte der Schamane dann mit einen Messer in diesen Panzer herein.

Höhlen Malerei

Baumrinde

Wann:
Wo: Nordamerika
Material zum Beschreiben:
Werkzeug:
In vielen Kulturen wurde auch die Rinde von Bäumen z.B. die Rinde der Papier-Birke als Material, zum beschriften verwendet.
In Sulatra fand man ein Faltbuch das aus geglätteter Baumrinde besteht. Es wird mit zwei Holzdeckel zusammengefasst und geschlossen mit einer geflochtenen Ratternband.

Bambus- & Holzstreifen

Wann: 6 Jhr. v. Chr.
Wo: China
Material zum Beschreiben: Tinte
Werkzeug: Pinsel / Griffel

Die ersten richtigen Bücher – so wie wir sie heute kennen – gab es in China um 6. Jahrhundert v. Chr., sie hießen jiance oder jiandu. Diese Bücher waren aus dünnen Bambus- oder Holzstreifen, die man zusammenrollen und zubinden konnte.
Als das Papier erfunden war entstanden daraus die Faltbücher, die heute eher als Leporellos bekannt sind. Bei den Faltbüchern bestand der Buchblock auch wie bei der Buchrolle aus mehreren einzelnen Blättern die zusammen gefügt, nur das diese dann in einem Zick-Zack gefalzt wurden. Durch diese Faltung war die Handhabung, gegenüber der Europäischen Buchrolle, wesentlich handlicher. Die Deckel wurden aus Holz oder Pappe gefertigt, wobei die Pappe meist noch mit Papier oder Gewebe eingeschlagen wurde.

Wachstafel

Wann: 5 Jhr. v. Chr
Wo: Europa
Material zum Beschreiben:
Werkzeug: Griffel

Wachsschreibtafeln kamen bei den Griechen und Römern auf und wurden dort schon für Verwaltung, Rechtsleben und religiöse Zwecke verwendet. Sie hielten sich bis in 18 Jh.. Wachsschreibtafeln bestanden meistens aus Holzplatten, oder bei edlen Exemplaren aus Elfenbein, und hatten in der Mitte eine Vertiefung – wie bei einem Rahmen – dort wurde das Wachs hinein gegossen. Wenn das Wachs fest war, konnte man mit einem Griffel Worte hinein ritzen. Es gab einzelne Platten oder mehrere, die durch Ringe, Lederriemen oder Schnüre an der Längsseite verbunden wurden.
Die Schriften konnten auch nach belieben wieder gelöscht und dann neu beschrieben werden.
Es wird vermutet, wobei die Meinungen hier weit auseinander gehen, dass der Codex sich aus den Wachstafeln heraus entwickelt hat: Das lateinische Wort caudex = Holzscheit oder -block, wurde ursprünglich für die Wachstafelbücher verwendet.

Höhlen Malerei

Steintafeln

Wann: 4-5 Jhr. v. Chr.
Wo: In vielen Kulturen Welt weit
Material zum Beschreiben:
Werkzeug: Hammer und Meisel

In den Ländern in dem keine Ton vorkommen waren, haben die Menschen versucht in die verschiedensten Steinarten ihre Schriften zu schreiben. Diese Steinarten Schiefer, Marmor, Gips, Porphyr und Kalkstein verwendet und wurden dann mit einen Meisel und Hammer bearbeitet, um die Schrift in die Steine zu schlagen.

Tontafel

Wann: ca. Mitte des 4 Jhr. v. Chr.
Wo: In vielen Kulturen Welt weit
Material zum Beschreiben:
Werkzeug: Griffel

Die keilförmige Schrift wurde in den Ton oder Lehm mit der Spitze eines Griffel geritzt, danach wurden die beschrifteten Täfelchen in der Sonne getrocknet und ausgehärtet.

Seide

Wann: 475-221 v. Chr.
Wo: China
Material zum Beschreiben: Tusche / Tinte
Werkzeug: Pinsel

Der Stoff war leicht, hielt dem feuchten Klima der Jangtse-Region stand, nahm die Tinte gut auf. Allerdings war der Rohstoff sehr teuer, daher fertigte man vorher in Bambus eine Rohfassung an und über trug in dann erst auf Seide.

Höhlen Malerei

Leder

Wann: (vorläufer des Pergaments)
Wo: in Persern, Medern, Assyrem und Hebräern
Material zum Beschreiben: Tusche
Werkzeug: Griffel

Die ungegerbten Tierhäute, also das Leder, wurde zu breiten Streifen und Riemen verarbeitet.
Dann konnte man sie mit Tusche, die aus Ruß und Öl hergestellt wurde, beschrieben.

Papyrus

Wann: 3 Jhr. v. Chr.
Wo: Ägypten, Griechenland
Material zum Beschreiben: Tusche
Werkzeug: Pinsel / Binsen

In Ägypten und Griechenland gab es Bücher aus Papyrus, sogenannte Buchrollen, die meistens zu 6 oder 7 Meter langen Rollen verklebt wurden. Um sie zu schützen wurden die Rollen in Holz- oder Tongefäße gesteckt. Die Rollen waren schwer zu lesen, da es keine Abstände zwischen den Wörtern gab.
Auch in Europa gab es lange die aus Ägypten eingeführte Papyrusrollen, später stellte man dann die Buchrollen aus Pergament her. Das war von der Herstellung zwar sehr aufwendig und teuer, aber die Buchrollen waren um Einiges haltbarer als Papyrus. Auch konnte man das Pergament mehrmals verwenden, indem man die Schrift einfach wieder abschabte. Durch dieses Abschaben und neu beschreiben, sind so manche Schriften, die als nicht mehr ‚Modern‘ angesehen worden sind, zerstört worden und verloren gegangen.
Diese Rollen hatten meist eine Länge von 20 Metern, die längste gefundene Rolle ist sogar 40 Meter lang. Sie wurde auf ein bis zwei Rundstäbe (am jeden Ende einer) aufgerollt. Durch diese ausgesprochene Länge der Rolle war es meist sehr umständlich diese zu lesen und mit diesen Rollen zu arbeiten. Außerdem wurden die meisten Rollen quer gerollt und beschrieben, sie hatten keinen Seitenumbruch, was es schwierig machte sie zu lesen. Dadurch, dass man keine Register anfertigen konnte,war es außerdem schwierig bestimmte Stellen wieder zu finden.
Doch trotz dieser vielen Nachteile, wurde die Buchrolle in Europa bis ins hohe Mittelalter verwendet. Auch heute findet sie noch als Urkunde, Diploma und ähnliches, doch besteht sie heute eher aus Papier, als aus Papyrus oder Pergament.

Heutige Interpretationen

Ich hoffe du kannst dir hier auch Inspirationen hohlen für ein tolles Buchbinde Projekt.
Damit du auch siehst, das du auch aus diesen Vorgängern von Büchern auch interessante Bücher binden kannst hier mal 2 Beispiele:

Inspiriert von Bambus- & Holzstäbchen Bücher

Inspiriert von Palmblattbuch

Ich habe dir hier nun einen kleinen Einblick geben, da ich keine Geschichtsexpertin bin noch Historikerin, Archäologin oder so, gibt es keine Garantie, das diese Sachen alle Korrekt sind. All diese Sachen habe ich mir von verschiedenen Quallen zusammen getragen, falls etwas Falsch sein sollte oder ich etwas vergessen habe, tut es mir Leid. Du kannst mich gerne Korrigieren, schreibe mir einfach und ich werde es ergänzen oder ab ändern.

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Quellen

Das Buch – Eine illustrierte Geschichte von Martyn Lyons

Wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_Schriftmedien

mediengeschichte.dnb.de