Kleisterpapier selber herstellen

Kleisterpapier selber herstellen

Kleisterpapiere

Kleisterpapier selbser hestellen

Kleisterpapier gehört zu den Buntpapieren. Sie wurde hier in Deutschland erfunden und ist hierzulande auch sehr verbreitet.
Es kann ganz einfach und mit wenig aufwand und Mitteln selbst hergestellt werden. Wie das werde ich dir hier in diesen Blogartikel zeigen.

Bei der Kleisterpapier-Technik wird das Papier mit Farbigen Kleister eingefärbt. Diese Methode ist sehr vielseitig zum Dekorieren von Papieren. Die verschiedenen Dekorativen Muster entstehen durch die Verdrängung oder Verschiebung der Kleistermasse.

Die richtige Papier Wahl für Kleiseterpapier

Wie so oft hängt die Papier Wahl davon ab, was du später damit machen willst. Möchtest du es – wie ich hier – für den Bucheinband oder Vorsatzpapier benutzen, dann solltest du ein Papier wählen das nicht zu dick ist (so 80-100 g/m²) da es ja um die Pappe herumgeschlagen werden muss. Zu dickes Papier würde brechen oder einreißen.
Möchtest du Einblatt- / Faltbücher machen oder für den Buchblock benutzen, dann kannst du auch etwas stärkere Papier verwenden.

Bei Papieren hier wie immer auch auf die Laufrichtung zu achten.

Grundtechniken der Kleisterpapier Herstellung

Die Techniken lassen sich auch gut miteinander kombinieren, daher ist es nicht immer ganz eindeutig welcher Technik ein Kleisterpapier zugrunde liegt.

Geschrichenes Kleisterpapier

Geschrichenes Kleisterpapier

Kleister-Farbe wird mit einem Pinsel in einer Richtung (senkrecht, waagerecht, diagonal) Aufgetragen, so entsteht eine dezente Struktur.

Kleisterpapier mit Stempel

Kleisterpapier mit Stempel

Kleister-Farbe erst mit einem Pinsel Aufgetragen, dann entweder mit einem Stempel Farbe wieder wegnehmen oder mit einer anderen Farbe drauf Stempeln.

Geädertes Kleisterpapier

Geädertes Kleisterpapier

Die Kleister-Farbe wird auch hier mit einem Pinsel aufgetragen, dann mit einem Schwamm, Lappen oder ähnliches bearbeitet. Es wird z.B. drauf getupft und so Farbe wieder abgetragen. Du kannst auch zwei Papier aufeinander legen und dann abziehen, das ergibt auch eine tolle Struktur.

Geschrichenes Kleisterpapier

Kleisterpapier mit Verdrängungsdekor

Wie auch bei den anderen wir die Farbe erst mal mit dem Pinseln aufgetragen, anschließend mit einem Kämm, Finger, Stempel oder ähnliches bearbeitet. Dazu ziehst du z.B. einen Kamm mit Bewegung über das Papier und verdrängst so an manchen Stellen die Farbe vom Papier.

Kleister-Monotypie

Kleister-Monotypie

Hier wird die Kleister-Farbe auf eine glatte Oberfläche, wie z.B. Glas aufgetragen und dann das Papier aufgelegt, leicht angedrückt und wieder angehoben.

Kleisterpapier mit eingemaltem Dekor

Kleisterpapier mit eingemaltem Dekor

Meist wird hier erst mal eine Farbe komplett auch das Papier aufgetragen und dann noch mit anderen Farben Muster, Bilder ausgemalt.
Hier kannst du auch die erste Farbschicht nur aus Aquarell, Acryl, Tusche Farbe machen und dann erst die Kleister-Farbe aufbringen und mit Verdrängung (Kamm, ect.) arbeiten.

So machst du Kleiserpapiere selbst

Werkzeuge für Kleisterpapier herstellung

Du brauchst: Kleister, Papier, Farbe oder Pigmente, Becher, Pinsel und wenn du hast Kämme, Musterwalzen, Stempel ect.

1. Rühre etwas von dem Kleister an. Lasse es etwas einweichen.
2. Dann verteile den Kleister gleichmäßig auf verschiedene Becher – nie so viele Becher wie du Farben benutzen willst.
Gebe dann die Pigmente oder Farbe (Acryl, Gouache,Tinte) hinzufügen, mische den Kleister und die Farbe.
3. Pinsel die Fläche des Papiers ganz mit der gewünschten Farbe ein.
4. Jetzt kannst du das Papier trocknen lassen oder mit Schwamm, Bürste, Kamm über die Oberfläche ziehen (senkrecht; waagerecht, diagonal, wellen) > so entstehen Muster auf dem Papier. Du kannst auch mit Stempel, Rollen oder Musterwalzen verwenden. Lass deine Phantasie freien lauf.
5. Alles trocknen lassen.
6. Nachdem Trocknen das Papier zwischen 2 Bretter legen und beschweren, damit es wieder einigermaßen glatt wird.
Es ist wirklich schnell und einfach gemacht. Versuche es gerne selbst mal aus.

Deine Meinung interessiert mich!
Hast du schon eigene Erfahrungen mit Kleisterpapier gemacht? Hast du dazu noch Tipps für mich? Dann freue ich mich über ein Kommentar von dir.
Wenn du noch fragen dazu hast, stelle sie gerne, ich werde sie gerne – so gut ich kann – beantworten.

Ein Heftband erstellen

Ein Heftband erstellen

Heften

Heftband

Das Heften entstand im 12. Jh.. Zu der Zeit wurde auf sogenannte ‚echten Bünde‘ geheftet. Das Heftband bestand traditionell aus dicken Kordeln die am Rücken gebunden wurden und so stets sichtbar waren. Später ging man dazu über den Buchblock an den Stellen einzusägen um die Kordeln im Buchblock verschwinden zu lassen. Ab 1700 wurde auf Hanfbünde geheftet, da Pappe sich als Deckenmaterial durchsetzte. Die klobigen Kordeln, als auch Lederriemen ließen sich in den Pappdecken nicht so gut verankern wie in den davor benutzten Holzdecken. Die Erfindung der Heftlade vereinfachte das Binden der Bücher.

Heute heftet man meistens auf Heftbänder die aus Baumwolle bestehen, sie sind sehr haltbar und flexibel. Im Grunde kann man auch andere Bänder benutzen, besonders wenn man den Buchrücken offen lassen möchte oder die Bänder am Pappdeckel sichtbar werden, kann man auf andere Bänder zurückgreifen die besser ins Buchkonzept und zur Gestaltung des Buches passen. Es gibt verschiedene Arten zu Heften, man unterscheidet zwischen Heften auf Bänder oder Streifen; Heften auf eingesägten Bünden; Heften auf echten Bünden; Heften auf Kapitalbünde und dem Heften auf der Heftlade. Diese Bindungen sind durch die zusätzlichen Heftbänder ausgesprochen stabil und strapazierfähig. Daher sind sie ideal für langlebige und viel beanspruchte Bücher. Außerdem ist es ein Vorteil, dass das Buch bei geöffneten Zustand flach aufliegt.

Projekt

Anleitung zum nach binden eines Heftbandes

Werkzeug fürs Heftband

Werkzeuge: Ahle, Nadel, Falzbein, Schere, Lineal, Bleistift, Gewicht (oder Presse), 2 Bretter

Material: Faden, Bienenwachs, Papier, Pappe, Bezugsmaterial, Heftband (sollte ungefähr die doppelte Länge, als die breite des Buchblocks haben), (Kapitalband, Zeichenband), Leim

Material fürs Heftband

1. Papier zuschneiden und falzen. Immer drei gefaltete Seiten in einander stecken, so entstehen Lagen.

2. Auf einem Stückpapier einzeichnen, wo die Löcher (ich habe hier 6 Löcher gestochen) hin kommen sollen (Schablone anfertigen). Denk daran das die mittleren Löcher, so weit auseinander liegen müssen, wie das Heftband breit ist, sodass es zwischen den Löchern liegt.

3. Die Schablone in die Lagen stecken und mit der Ahle im 45° Winkel die Löcher in das Papier stechen. Das mit allen Lagen machen..

4. Lage die erste Lage mit dem Rücken an die Tisch Kannte. Befestige das Heftband mit etwas Tesafilm an die Tischkante, direkt an der Lage. So kann das Heftband beim nähen nicht verrutschen.

5. Nehme das Garn und schneide es in eine passende läge ab. Ziehe es da nach 2-3 mal durch Bienenwachs. Fädel es in die Nadel und fange dann bei der ersten Lage an zu nähen.
Wie du am besten nähst siehst du auf der beigefügten Illustration.

6. Wenn du willst kannst du jetzt noch ein Vorsatzpapier ankleben.
Ansonsten klebe den Abstehenden Stücke vom Heftband an den Buchblock an. Erst an der einen Seite, wenn du es dann umdrehst um die andere Seite anzukleben, ziehe etwas am Heftband so das es straff am Buchblock festgeklebt wird. Trocknen lassen.

7. Wenn du willst kannst du jetzt noch ein Lesezeichen und / oder Kapitelband an den Buchblock anbringen.

8. Jetzt kannst du dich Buchdecke erstellen. Eine Beschreibung hier für findest du in meinen Blogartikel Festeinband.

9. Dann wird auch nur noch der Buchblock in die Buchdecke hinein gehängt.

Buchdecke Lochen
Anleitung für die Koptische Bindung

Tipp Laufrichtung beachten

Bitte beachte wie bei jeder Bindung auf die Laufrichtug von Papier und Pappe.

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Wichtig zu Beachten beim Heftband

Bei anderen Fadenbindungen kann der Rücken etwas auftragen (höher als der Vorderschnitt), dem kann man beim Binden entgegenwirken, wenn man zum einen den Faden straff zieht und nach jeder Lage einmal mit dem Falzbein fest an drückt.

Varianten der Heftung

Hier zeige ich euch mal was es an vielfältigen Varianten mit der Heftung mit Bändern gibt. Du kannst dir auch hier einiges einfallen lassen, sodass jedes Buch anders aussieht.
Deine Meinung ist mir wichtig.
Hast du schon mal ein Buch in dieser Technik gebunden? Da fände ich es toll wenn du, deine Erfahrung mit mir Teilst. Oder ist noch etwas unklar? Hast du fragen zu der Buchbindetechnik?
Oder hast du ein Buchbinde Thema das dich brennenden interessiert?
Dann hinterlasse mir gerne ein Kommentar. Ich würde mich sehr darüber freuen.

Bezugsmaterial für die Buchdecke

Bezugsmaterial für die Buchdecke

Bezugsmaterial für die Buchdecke

Bezugsmaterial für die Buchdecke

Früher wurden die Bücher mit Leder bezogen. Heute hat man deutlich mehr Möglichkeiten ein Bucheinband zu beziehen. In diesen Blogartikel möchte ich dir einige dieser Möglichkeiten zeigen.

Zum beziehen von Buchdecken eignete sich eigentlich wirklich viel, das eine mehr als das andere, aber in großen und ganzen kannst wirklich viele Sachen verwenden um eine Buchdecke zu beziehen.
Einige dieser Sachen werde ich dir heute vorstellen und wie gut sie sich eignen oder unter welchen Voraussetzungen sie sich eigen.

Gewebe für das Buchbinden gibt es viele Sorten: Geschlossene, offene, beschichtet, unbeschichtete, farbige, naturbelassene usw. Welches du nimmst hängt ganz vom Projekt ab. Welches Aussehen und Haptik es haben soll. Soll noch eine Prägung erfolgen oder ein Relief eingearbeitet werden?
Es gibt Gewebe, Papiere, Stoffe die sich für das eine besser eignen und für anderes Sachen weniger.

Verschiedene Bezugsmaterialien

Hier nun einige Gewebe, Papiere, Stoffe ect. Die sich fürs Buchbinden eignen Natürlich gibt es sicherlich noch mehr. Lass deine Fantasie spielen, probiere Materialien aus.

Bei Papieren hier wie immer auch auf die Laufrichtung zu achten.

Gewebe

Bibliotheksgewebe

Dieses Material ist für Bücher mit hohem Gebrauch entwickelt worden. Es werden Lexika, wissenschaftliche Literatur oder Bibliothekseinbande mit diesem Material eingebunden Da es eine glatte, abwaschbare Oberfläche besitzt, die so vor Abnutzung und Gebrauchsspuren schützt.

Buckram

Dieses Gewebe ist ein sehr kräftiges, starkes Material, aus Baumwolle, Leinen oder aus beidem besteht. Es ist sehr strapazierfähig.

Gewebe fürs Buchbinden

Offene Buchgewebe

Sind ohne Beschichtung, sodass die Struktur gut zusehen ist, dadurch ist sie aber auch empfindlicher.

Geschlossene Buchgewebe

Sind mit einer Beschichtung versehen, sie soll die Zwischenräume der Fäden schließen, dadurch ist die Struktur nicht mehr ganz so deutlich zusehen, aber so wird das Gewebe deutlich widerstandsfähiger.

Leder

Leder

Beim Buchbinden verwendet man üblicherweise nur die sogenannte Lederschicht. Es kommen unterschiedliche Ledersorten zum Einsatz: Ziegenleder, Schafsleder, Rindsleder, Schweinsleder, oder Reptilienleder.

Lederfaserstoff

Dieses Material besteht aus Recycelten Lederfasern, sie sind ein Abfallprodukt die bei der Verarbeitung von Lederprodukten entstehen.

Kunstleder

Wer kein echtes Leder verwenden will kann auch auf Kunstleder zurückgreifen. Es gibt den Kunstleder aus verschiedenen Materialien Doch alle haben sie gemeinsam, das sie voluminös sind, das Heißt, das es etwas schwieriger ist die Ecken umzuschlagen.

Papiere

Büttenpapier

Büttenpapier

Ist das wohl klassische Papier zum Buchbinden. Meine ersten Bücher sind mit diesem Papier entstanden. Hier wird noch zwischen Handgeschöpften Büttenpapieren und Maschinenbüttenpapier unterschieden. (Achtung: Handgeschöpftes hat keine Laufrichtung.)
Es ist vielseitig einsetzbar: Vorsatz, Buchblock, Bucheinband. Es ist auch super, um Marmorpapiere oder Kleisterpapiere herzustellen.

Marmorpapier

Marmorpapier

Werden per Hand angefertigt, keines gleicht dem anderen. Es gibt unglaublich viele Varianten, an Mustern und Farbigkeit. Muster: Steinmarmor, Schneckenmarmor, Git-Gel, Federmarmor, Nonpareil (Rankenmuster), Ebru, Wolkenmarmor, etc.
Den Namen hat es durch seine Optische Anmutung von Marmor.

Buntpapiere

Buntpapier

Sind bedruckte Papiere, oft mit Floralen-, Grafischenmustern. Es gibt sie in unzähligen Varianten, Mustern, Farben. Hier wird sicher jeder fündig. Sie sind als Papierbogen erhältlich und vielseitig einsetzbar: Vorsatzpapier, Bucheinband, Schachteln.

Kleisterpapier

Kleisterpapier

Dieses Papier ist mit Farbe die mit Kleister vermischt wurde bestrichen. Kleisterpapier kann man super selbser herstellen. Es gibt einige Varianten von Kleisterpapier.

Naturpapier

Naturpapier

Auch Naturpapiere kannst du für den Bucheinband benutzen. Hier ist aber zu beachten, Naturpapiere haben keine Laufrichtung, also verzweifel nicht daran, sie zu suchen. Da Naturpapiere sehr dünn sind solltest du hier nicht das Papier mit Leim bestreichen, sondern die Pappe des Bucheinbands. Arbeite hier auch vorsichtig mit dem Falzbein, Naturpapier reist schnell und der Leim dringt schnell auch durch das Papier hindurch. Wenn du es also zum Trocknen zwischen zwei Bretter legst, kann es papieren das es an diese fest klebt. Sei also vorsichtig beim lösen von den Brettern.

Efalin

Efalin

Ist ein hochwertiges Papier, das es in vielen Farben gibt. Toll ist das es strapazierfähig und unempfindlich gegenüber Schmutz und Feuchtigkeit ist, sogar Abwaschbar. Es eigenen sich Hervorragen für Relief arbeiten, auch für Schachteln sehr gut geeignet.

Lederpapier

Lederpapier

Papiere in verschiedenen Farben und mit einer Prägung die an Leder von verschiedenen Tieren (auch so was wie Eidechse oder Krokodil) stammen.

Kleisterpapier

Bedruckte Papier

Natürlich kannst du auch eigene Covers drucken und auf deine Buchdeck aufbringen. Achte hier aber darauf das der Druck beschichtet wird. Da es sonst sein kann, das der druck durch die Feuchtigkeit des Leimes verwischt oder Flecken bekommt.

Elefantenhaut

Ist ein Papier das eine sehr dichte und robuste Struktur besitzt. Durch Fasereinschlüsse bekommt das Papier seine marmoriertes Aussehen. Es hat zudem noch eine kratzfeste Oberfläche.

Packpapier

Packpapier

Eignete sich natürlich auch um nicht nur die Buchdeckel und Rücken miteinander zu verbinden, sondern auch als Bucheinband. Wenn es zu deinem Projekt passt.

Zeitung

Auch Zeitungen oder alte Buchseiten (aus Lexika, Atlanten) können als Bucheinband dienen.

Geschenkpapier

Auch Geschenkpapier kannst du nehmen, aber es kann sehr widerspenstig sein. Die Laufrichtung ist schwer zu ermitteln und wenn du Leim aufträgst wellt es sich sehr stark. Auch kann das Papier schnell einreißen, also vorsichtig arbeiten.

Weitere Materialien zum Beziehen

Kork als Bezugsmaterial fürs Buchbinden

Kork

Es gibt mittlerweile auch Kork den du zu Buchbinden verwenden kannst. Er ist sehr dünn und auf Packpapier aufgetragen, so kannst du ihn wunderbar verarbeiten. (Ich habe meine Buchbindekiste damit bezogen.)

Stoff

Stoff

Auch Stoffe können verwendet werden. Hier aber aufpassen, der Leim kann hier schnell durch den Stoff sickern. Daher empfiehlt es sich, nicht den Stoff sondern die Pappe ein zuleimen, oder vorher den Stoff auf Papier aufzubringen (so wird es auch bei dem Buchleinen gemacht, nur das du ihn schon so kaufen kannst und es nicht noch selbst machen musst) und dann erst diesen auf die Pappe zu beziehen.

Tapete

Tapete

Auch Tapetenreste können so zweckentfremdet werden. Doch hier kommt es auch darauf an, wie dick die Tapete ist. Je dicker desto schwieriger wird es sie als Bucheinband zu verwenden.

Ich habe dir einige Sachen hier vorgestellt die sich zum Beziehen einer Buchdecke eignen, sicher habe ich nicht alles aufgeführt. Wenn dir noch etwas einfällt schreibe es mir gerne. Auch welche Erfahrungen du schon mit dem ein oder anderen Material beim Beziehen einer Buchdecke gemacht hast.

Teile gerne deine Erfahrung mit mir, hinterlasse dafür gerne einfach ein Kommentar hier oder schreibe mir eine E-Mail oder bei Instagram.

Die Koptische Bindung

Die Koptische Bindung

Bücher mit Koptischer Bindung

Die Koptische Bindung

Bezeichnungen:

  • Kettenstichheftung
  • Koptische Bindung
  • Coptic Stitch
Die Koptische Bindung ist eine tolle Buchbindetechnik. Sie eignet sich für viele Buchbinde Projekte, doch sollte hier schon etwas Vorwissen vorliegen. Sie ist für reine Anfänger nicht wirklich geeignet.

Die Koptische Bindung auch Kettenstich genannt, sie gilt als die erste Technik die zum Binden von Codexbüchern mit mehreren Lagen verwendet wurde.
Sie wurde von christlichen Mönchen aus Alexandria entwickelt. Diese Mönche wollte eine schnelle und einfache Methode haben, um ihre Gebetsbücher zu binden.
Bei dieser Bindung verzichtet man auf die Heftbänder und verbindet die Lagen durch Verschlingen des Fadens – was dann wie ein Ketten aussieht (d.h. der Name). Auch die Buchdecke kann – muss aber nicht – mit eingebunden werden. Bei dieser Variante ist der Buchrücken offen und man kann die Lagen, wie auch die Fadenbindung sehen. Das lässt sich hervorragend gestalterisch bei einem Buch-Projekt nutzen.
Ein großer Vorteil dieser Bindung ist, wie bei den meisten Fadenbindungen, dass sich das Buch ganz flach aufschlagen lässt – man hat keinen übermäßigen Weißraum in der Mitte des Buches zu beachten.

Die Koptische Bindung ist neben der Französischen Bindung eine meiner Lieblings Buchbinden. Ich habe wirklich schon so einige Bücher mit diesen beiden Bindungen gebunden.
Sie eignet sich hervorragend für Skizzenbücher, besonders mit einem festen Einband mit offenen Rücken. So lässt sich das Buch super Aufschlagen und du kannst toll darin Arbeiten, wie Zeichnen oder Schreiben.

Projekt

Bei meinen neuen Projekt binde ich ein Skizzenbuch mit hellgrünen Papier, die ich irgendwo mal als Reste gefunden habe. Für die Buchdecke habe ich Marmorpapier verwendet.
Buchblock habe ich direkt an der Buchdecke angebunden, wie es sehr gerne bei dieser Buchbindung gemacht wird. Ich habe hier ein 7 Löcher in einen einfachen Muster angeordnet. Du kannst dir natürlich auch andere Muster ausdenken Je komplizierter das Muster ist, desto aufwendiger ist das natürlich auch. Ich würde am Anfang immer ein einfaches und Simples Muster überlegen, was dich – wenn du noch Anfänger bist – überfordert, sonst bist du nachher frustriert und hast keinen Spaß mehr an der Sache.
Du kannst auch am Anfang die Buchdecke auch gar nicht mit anbinden, sondern diese einfach an den Buchblock kleben, wie z.B. die Skizzenbücher.

Anleitung zum nach binden ser Koptischen Bindung

Werkzeuge für die Koptische Bindung

Werkzeuge: Ahle; Falzbein; Nadel (gerade, gebogene); Lineal, Bleistift, Schere, Drillstanze / Locher; Klammern

Material: Papier; 2 Pappen für die Buchdecke; Papier für die anfertigung einer Schablone; Buchbindergarn; Bienenwachs

Materieal für die Koptische Bindung

1. Als erstes fertigst du eine Schablone an, auf der du zum einen Anzeichnest, wo die Löcher ins Papier der Lagen hin kommen und dann noch wo die Löcher für die Buchdecke hinkommen sollen.

2. Dann Lochst du die einzelnen Lagen des Buchblocks durch.

3. Danach die Löcher mit der Stanze in die bezogene Buchdecke lochen.

4. Nimm den Faden und ziehe ihn durch ein Stück Bienenwachs, das am besten 3 mal. Damit versiegelst du den Faden.

5. Nehme die gerade Nadel und fange mit den ersten Loch in der ersten Lage an und gehe dann in das erste Loch der Buchdecke und wieder zurück ins erste Loch der Lage. Dann ins 2 Loch und so weiter (du kannst es dir in meiner Illustrierten Anleitung sehen). Wenn du zum ende der Lage und im letztem Loch der Buchdecke bist, ziehe hier sorgfältig alles stramm.
Dann kannst du dir die 2 Lage nehmen und dort in das rechte erste Loch gehen. Wenn du eine gebogene Nadel hast, dann wechsle jetzt die Nadeln und fahre mit der gebogenen fort.
(Wenn du keine hast ist das auch nicht so schlimm fahre dann einfach mit der geraden weiter. Die gebogene erleichtert nur das arbeiten, um den Faden herum zuführen.)
Wenn du jetzt aus den 2 Loch der 2 Lage kommst, gehe mit der Nadel zwischen Buchdecke und 1 Lage und fahre um den Faden herum und gehen dann wieder in das 2 Loch der 2 Lage zurück. Dann gehe zum nächsten Loch weiter und fahre so fort, wie gerade eben.
Wenn du am ende der Lage angekommen bist fahre 1-2 mal mit dem Falzbein über diese. Dann nehme die nächste Lage und fahre so fort wie bei der anderen, bis du alle lagen angebunden hast.
Dann nimm die Buchdecke – hier kannst du auch besser wieder die gerade Nadel benutzen – und binde sie an den Buchblock, es geht so wie am Anfang der Bindung (Anleitung).

6. Wenn du nun auch die Buchdecke angenäht hast mache zum Schluss – am ende der Lage einen Knoten.
Und schon hast du ein Buch mit der Koptischen Bindung gebunden.

Buchdecke Lochen
Anleitung für die Koptische Bindung

Tipp zur Koptische Bindung

Du kannst die Buchdecke mit annähen und so auch noch gestalterisch Spielen (hier zu findest du einige Beispiele bei Pinterest) oder auch einfach den Buchblock binden und dann erst mit der Buchdecke verbinden (leimen).

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Wichtig zu Beachten bei Koptische Bindung

Bei anderen Fadenbindungen kann der Rücken etwas auftragen (höher als der Vorderschnitt), dem kann man beim Binden entgegenwirken, wenn man zum einen den Faden straff zieht und nach jeder Lage einmal mit dem Falzbein fest an drückt.

Hast du noch Fragen zu der Koptischen Bindung? Dann hinterlasse gerne ein Kommentar.

Der Festeinband

Der Festeinband

verschiedene Bücher mit Festeinband

Der Festeinband

  • Festband
  • Festeinband
  • Hardcover

Der Festeinband ist das was die meisten im Kopf haben, wenn sie an ein Buch denken. Es ist halt das klassische Buch. Der Buchblock der von einer festen, starken Buchdecke eingefasst wird.
Er ist nicht so schwer Herzustellen wie du vielleicht denken magst.

Typische für einen Festeinband sind die Kanten die einige Millimeter vom Buchblock hinausragen. Die Buchdecke wird sperrt von dem Buchblock hergestellt. Die Buchdecke des Festeinbands besteht meistens aus 2 Buchdeckeln und einen Rückenteil die miteinander verbunden werden und mit Papier, Gewebe, Kunststoff oder Leder bezogen werden.
Buchblock und Buchdecke werden mit Hilfe des Vorsatzpapiers miteinander verbunden.

Das Richtige Material für den Festeinband

  • Als Grundlage brauchst du auf jeden Fall eine feste dicke Pappe, fürs Buchbinden nimmt man üblicherweise Graupappe in der Stärke von 2 mm. Aber du kannst natürlich auch andere feste Pappe verwenden.
  • Packpapier um die einzelnen Bestandteile zu verbinden.
  • Zum beziehen der Buchdecke kannst du die verschiedensten Materialien verwenden. Zum Beispiel Leder, Lein, Gewebe, Papier (Marmorpapier, Naturpapier, Buntpapiere,…).
    Näheres zu den Bezugsmaterialien werde ich dir bald in einem separaten Blogbeitrag erklären.

Arten des Festeinbandes

Buch mit Einteiliger Buchdecke

Einteilige Buchdecke

eine dünne Pappe und ein zugeschnittene Bezugsmaterialien

Buch mit offenem Rücken

offener Rücken

zwei Pappdeckel und zwei zugeschnittene Bezugsmaterialien

Buch mit Ganzband

3-4 teilige; Ganzband

zwei Pappdeckel, 1 Rückenteil und ein zugeschnittene Bezugsmaterialien

Buch mit Halbband

5-6 teilige: Halbband

zwei Pappdeckel, 1 Rückenteil und ein schmales und zwei große zugeschnittene Bezugsmaterialien

Anleitung zum erstellen eines Festeinband – den Ganzband

1. Material zur herstellung einer Buchdecke

Es ist wirklich nicht so schwer eine Buchdecke selber herzustellen. Ich zeige dir hier mal, wie du ein klassischen Festeinband den Ganzband selber machen kannst.

Du benötigst:

Einen fertigen Buchblock, Graupappe (oder andere feste Pappe), ein Stück Packpapier, dünnes Papier oder Gewebe zum beziehen.
Achte unbedingt bei allen Teilen auf die richtige Laufrichtung!

Lineal, Bleistift, Schere, Falzbein, Cutter, 2 Holzbretter, Gewicht, Leim

2. Elemente zuschneiden

Wenn du mehrere Elemente, wie zum Beispiel bei der Buchdecke (Vorderdecke, Rückdecke, evtl. Buchrücken), solltest du platzsparend planen sie aus der Pappe auszuschneiden, so brauchst du weniger Schneiden und hast weniger verschnitt.

Wichtig: Auch bei der Buchdecke gilt: auf die Laufrichtung Achten!
Für den Bezug solltest du ca. 2 cm mehr als das Formats zuschneiden, damit du zu jeder Seite 1 cm Rand hast.

3. Elemente zusammen bringen

Streiche die Pappe für den Buchrücken mit Leim ein klebe es auf die Mitte das Packpapier. Drehe es um und reibe mit dem Falzbein drüber, damit es auch fest und glatt dran klebt.
Als nächstes Zeichnest du mit dem Lineal 5-7 mm von dem Buchrücken ab (an allen 4 Ecken). Streiche längs an der Pappe für den Buchdeckel entlang (ca. 2 cm breit). Klebe es nun auch auf das Packpapier direkt da, wo du es angezeichnet hast. Drehe es um und reibe wieder alles mit dem Falzbein fest. Mache das auch mit der anderen Pappe. 

4. Pressen und Trocknen

Lege es zum Trocknen zwischen zwei Holzbretter und darauf ein Gewicht. Als Gewicht kannst du alles verwenden was schwer ist. Dicke Bücher, ein gusseisernes Bügeleisen, ein Ziegelstein (diesen solltest du aber vorher in Papier einschlagen) oder ähnliches.
Dort lässt du es am besten ein 20 Minuten Liegen.

5. Packpapier

Jetzt entfernen wir das überschüssige Packpapier. Reiße vorsichtig etwas von den Packpapier rechts und links ab, so entsteht eine weichere Kante. Außerdem schneide mit einem Cutter oben und unten das überschüssige Papier ab.

6. Buchdecke beziehen

Nehme jetzt dein Gewebe oder anderes Bezugsmaterial, streiche es mit Leim ein (am besten immer einige lagen Zeitung als unterlagen nehmen). Lege die zusammen geklebten Pappen auf das Bezugsmaterial, sodass die Pappe des Buchrückens oben liegt (sichtbar ist). Drehe die Buchdecke um – nehme aber die obere Zeitung (da Leim drauf gekommen ist) weg.
Nehme das Bezugsmaterial auf einer Seite noch mal an, streiche mit dem Falzbein alles glatt und fest. Achte auch darauf in der Mitte, wo die zwischen Räume der Pappen der Buchdeckel und des Rückens ist mit dem Falzbein hinein zu gehen und dort alles gut fest und glatt zu streichen.
Drehe es wieder um. Wenn die Zeitung wieder etwas Leim abbekommen hat, nehme wieder eine neue.
Schneide mit der Schere alle 4 Ecken ab, bitte achte darauf nicht direkt bis zur Kante der Pappe zuschneiden, sondern 2 mm stehen zu lassen.
Streiche dann Oben das Bezugsmaterial mit Leim ein, knicke es mit dem Falzbein um, reibe alles glatt und fest. Wenn alles gut fest ist, stupse mit der Falzbeinspitze die Ecken ein.
Mache das alles nun auch Unten. Dann an den Seiten.

 

7.Pressen und Trocknen

Lege es zum Trocknen zwischen zwei Holzbretter und darauf ein Gewicht. Als Gewicht kannst du alles verwenden was schwer ist. Dicke Bücher, ein gusseisernes Bügeleisen, ein Ziegelstein (diesen solltest du aber vorher in Papier einschlagen) oder ähnliches.
Dort lässt du es am besten ein paar Stunden Liegen.

 

Jetzt hast du eine fertige Buchbecke, diese musst du dann nur noch mit dem Buchblock verbinden.

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Vorteile des Festen Einbandes

  • Schützt den Buchblock
  • Haltbarer (als Broschur)
  • Hochwertiger
  • Stabiler Stand
  • Buchblock verzieht sich weniger
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Nachteile des Festen Einbandes

  • Teurer in der Herstellung
  • Aufwändiger in der Herstellung

Probiere es doch einfach mal bei deinen nächsten Projekt aus. Teile gerne deine Erfahrung mit mir, hinterlasse dafür gerne einfach ein Kommentar hier oder schreibe mir eine E-Mail oder bei Instagram.

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